Offener Brief: Erfolgreiche Digitalisierung erfordert Medienbildung

24. Juni 2020

Univ. Prof. Dr. Christian Swertz, Obmann des Bundesverbands für Medienbildung, hat einen offenen Brief an Bundesminister Heinz Faßmann, sowie an Bundeskanzler Sebastian Kurz und Vize-Kanzler Werner Kogler geschickt.

In diesem spricht er über die Medienbildung, wie diese bisher umgesetzt wurde und wie man sie an die aktuelle Situation anpassen sollte.

Hier ein Auszug aus dem Brief:
“Die Komplexität des Gegenstandes Medienbildung, der vom Erkennen von Fake News, über die Prävention und Intervention bei Cybermobbing, dem Umgang mit Hassrede, Kenntnis von Datenschutzbestimmungen und dem Urheberrecht, den Privatsphärenschutz, weiters das Wissen über gesundheitliche Aspekte der Mediennutzung, das kompetente Bedienen von (digitalen) Endgeräten, die Beteiligung an öffentlichen Diskursen durch Medien, die Nutzung von Medien als Instrument des Selbstausdrucks, bis zur sinnvollen Begleitung von Homeschooling – und noch weiter – reicht, erfordert qualifizierte Expertise.”

Und gerade diese Expertise fehlt! Bis jetzt habe man sich “nur” auf Hardware konzentriert, wie mit dieser richtig umgegangen wird ist jedoch noch immer nicht im Programm vorgesehen.

Univ. Prof. Dr. Christian Swertz hat daher vier Maßnahmen vorgeschlagen:

  1. Er möchte für alle externen Anbieter und Anbieterinnen für die Zeit des Arbeitsverbots (seit 16.03.2020) ein existenzsicherndes Einkommen in Höhe der Armutsgrenze (1.259 €) sicherstellen.
  2. Der Zutritt externer Personen zu den Bildungseinrichtungen sollte gestattet sein, unter Voraussetzung der Einhaltung von Hygienevorschriften. Denkbar sind dabei auch verpflichtende, durch den Bund finanzierte, regelmäßige Testungen.
  3. Mittelfristig ist es dringend erforderlich, die Fördermittel für externe Angebote zur Medienbildung nachhaltig zu gestalten (z. B. Schulbudgets entsprechend erhöhen). Auch die Schaffung von Anstellungsverhältnissen kann zu einer langfristigen Lösung
    beitragen. Damit könnte auch die Umsetzung der Digitalen Grundbildung erheblich beschleunigt und die Digitalisierungsstrategie der Bundesregierung (etwa: 8-Punkte-Plan) unterstützt werden.
  4. Nur die Ausstattung mit digitalen Endgeräten für Schülerinnen und Schüler reicht nicht aus, es braucht gleichzeitig ein begleitendes Bildungsangebot für die Schülerinnen und Schüler, damit der kompetente Umgang von Anfang an gelernt wird.

Den ganzen Brief finden Sie hier:
https://www.medienbildungjetzt.at/Archive/3063

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