Hammerschmid und Karmasin eröffnen Future Learning Lab Wien

18. Oktober 2017

Ein feines Fest – ein volles Haus: Gestern Nachmittag wurde das FLL.wien feierlich seiner Bestimmung übergeben. Ein gelungener Nachmittag. Und DANKE allen, die unermüdlich und unbeirrt dazu beigetragen haben, dass aus einer Idee über zwei Jahre Arbeit hinweg nun ein neue Institution, ein neuer Mitspieler im österreichischen Bildungskonzert geworden ist!

Er konnte ihn nicht fassen – der größere der beiden FLL-Lernräume, in dem gestern die Eröffnung des Future Learning Lab Wien stattfand: nämlich den den großen Andrang an Interessierten.

Der Raum war bis auf den letzten Stehplatz voll – und der Gang davor ebenfalls gut gefüllt. Allen Anwesenden war die Freude über das gelungene Werk anzusehen. Und das Interesse der Zuhörenden war merkbar groß an den Ausführungen der fünf Personen am Podium, die die neue, werdende Institution in ihrer Geschichte und all ihren Facetten der Öffentlichkeit vorstellten.

Gemeinsam! Fünf Einblicke in Entstehung und Konzept des FLL.wien

Ruth Petz, Rektorin der PH Wien und damit auch Hausherrin des FLL.wien, begrüßte die zahlreichen Anwesenden, stellte die mit ihr am Podium Sitzenden vor und blickte auf das dreiviertel Jahr der Vorbereitungen an der PH Wien zurück, die jetzt zur Eröffnung des Future Learning Labs geführt haben. Für die PH ein konsequentes Engagement, spielt die Digitalisierung in deren Angebot doch schon seit längerer Zeit eine bedeutsame Rolle. Am Ende ihres Statements stand ein großes Dankeschön insbesondere fürs gemeinsame Arbeiten im Projekt. Es ist natürlich die Aufgabe einer PH, die Rahmenbedingungen sicherzustellen, aber die Umsetzung hing letztlich an konkreten Personen, die das alles in sehr kurzer Zeit bewerkstelligen konnten.

Ein Lernraum für den unbefangenen Umgang mit dem Digitalen

Bildungsministerin Sonja Hammerschmid erläuterte die Digitalisierungsinitiative „Schule 4.0“ als Gesamtstrategie. Diese Strategie ruht auf vier Säulen – eine davon die digitalen Kompetenzen der Pädagog/innen. Hier hat das BMB bereits einige Maßnahmen entwickelt, und eine davon ist das Future Learning Lab in Kooperation mit dem BMFJ. Hier im Lab soll ein Lernraum für Pädagoginnen und Pädagogen entstehen, in dem diese den vertrauten und unbefangenen Umgang mit digitalen Medien und Werkzeugen erproben und erlernen können. Für Februar 2018 kündigt sie den Launch der Eduthek als ein „Dachportal“ für frei nutzbare digitale Bildungsinhalte an. Auch völlig überarbeitete Lehrpläne spielten in dieser Gesamtstrategie eine große Rolle ebenso wie Education Innovation Labs (EIS) an allen Pädagogischen Hochschulen, die insbesondere die digitale Grundbildung in der Volksschule mit einem betont spielerischen Zugang fördern. Abschließend bedankt sich Ministerin Hammerschmid ausdrücklich für die Kooperation mit dem BMFJ und bei allen, die an der Umsetzung des FLL.wien mitgewirkt haben.

Mehr Lernqualität – und nicht Technikverliebtheit

Familien- und Jugendministerin Sophie Karmasin blickte auf zwei Jahre des Werdens des Future Learning Labs zurück: angefangen von einer mit der Industrie gemeinsam verfolgten Idee über Besichtigungen von Labs in Brüssel und Oslo bis zur Konkretisierung des Konzepts „Future Learning Lab“ in Zusammenarbeit mit der PH Wien und dem BMB. Natürlich sei die Arbeit im Bereich der Digitalisierung noch nicht getan, aber mit dem FLL.wien wäre ein ganz großer Schritt gelungen, um die – selbstverständliche! – Vermittlung digitaler Kompetenzen an alle Schülerinnen und Schüler engagiert und beherzt in eine nächste Stufe zu bringen. Es ginge aber um mehr: „Es geht ja darum, mit den neuen Technologien einen anderen Umgang mit dem Lernen zu erfahren: viel stärker in einer Feedbackkultur und Zielorientierung arbeiten zu können, über die Technologie mehr Lernqualität – und nicht Technikverliebtheit – zu vermitteln.“ Als Beispiel verwies sie insbesondere auf das inklusive Potential der neuen Technologie. Politik habe sich im FLL.wien „materialisiert“ – und sie bedankte sich ausdrücklich für die Kooperation mit dem BMB und bei alle denen, die von Anfang an mit Begeisterung und Geduld dabei waren und auch durchgehalten haben. Das sei ja angesichts der kurzen Zeithorizonte, die in der Industrie üblich seien, keine Selbstverständlichkeit.

Öffentliche Einrichtungen und Unternehmen verbinden

Patrick Zöhrer, Obmann des Vereins zur Förderung digitaler Bildungsangebote, bot einen Einblick in die Hintergründe der Initiative, die letzten Endes zum Future Learning Lab führte. Begonnen hatte es in der Zusammenarbeit mit sieben Unternehmen – konkret: A1 Telekom, Google, IBM, Microsoft, Samsung, T-Mobile und Apple vertreten durch McWerk -, die sich in Österreich schon länger in spannenden und innovativen E-Learning-Projekten engagiert hatten. Dieses Projekt gelangte – wie viele andere parallel geführte Überlegungen auch – zum Ergebnis, dass gerade die Kompetenz der Pädagoginnen und Pädagogen von überragender Bedeutung sei. Ein Future Learning Lab sollte daher insbesondere für deren Förderung und Bildung eingerichtet werden. Der Verein zur Förderung digitaler Bildungsangebote wurde für die Umsetzung des Labs und zur Bündelung des Engagements dieser interessierten Unternehmen gegründet. Und um die leitende Idee tatsächlich „auf den Boden“ bringen zu können, wurde die Kooperation mit dem Bildungsministerium und der Pädagogischen Hochschule gesucht und – Dank der dort vorhandenen Bereitschaft zu dieser – auch gefunden. Als Blick in die Zukunft stellte er den Verein als verbindendes Element und aktives Forum zwischen öffentlichen Einrichtungen, IT-Unternehmen und Produzenten (digitaler) Inhalte in Aussicht und dankte abschließend beiden Ministerinnen und der Pädagogischen Hochschule.

Gemeinsam die Zukunft des Lernens gestalten

Klaus Himpsl-Gutermann, Leiter des Zentrums für Lerntechnologie und Innovation (ZLI) an der PH Wien, beschloss die eröffnenden Statements mit einer kurzen Präsentation des Konzepts des FLL.wien. „Das Future Learning Lab Wien soll den State of the Art eines Lernraums darstellen“. Technologie, die man nicht spürt, sondern die einfach zur Hand ist, in Verbindung mit entsprechender Einrichtung. (Wenngleich das leichter gesagt als getan wäre – die Sicherstellung so einer Realität bedürfe harter Arbeit im Hintergrund!) Die Praxis im FLL.wien stünde immer in Verbindung mit medienpädagogischer und bildungstechnologischer Forschung und einem intensiven Austausch und Diskurs mit allen Beteiligten. „Wir haben also nicht das Bild, dass wir Expertinnen und Experten sind, die wissen, wie die Zukunft des Lernens aussieht – das weiß niemand! Uns ist wichtig, dass wir zusammen mit den Lehrenden und Lernenden diese Zukunft gestalten.“ Lehrveranstaltungen im Lab wären bereits angelaufen. Ein neuer Weg seien dabei Teamteaching-Angebote für Lehrende der PH gerade aus anderen Fachgebieten, die beispielsweise bei der Überwindung von Berührungsängsten helfen würden. Die nächsten Wochen und Monate seien so gut wie ausgebucht, wobei die „Bespielung“ das FLL.wien sich durch besondere Flexibilität und Offenheit auszeichnen würde. Ein spezieller Dank an das ganze Vorbereitungsteam für die tolle Arbeit stand am Schluss seines Statements.

Und dann war es Zeit fürs Durchschneiden des – virtuellen! – roten Bandes. Das FLL.wien ist hiermit eröffnet.


Im Anschluss an der Eröffnung bestand die Möglichkeit die neueröffneten Räume und deren Ausstattung zu besichtigen und natürlich war Zeit zum Plaudern und … zum inspirierten Schmieden der nächsten neuen Ideen. Denn das gelingt wirklich gut im neuen FLL.wien: Inspiration und Ideenschmieden!


Als Abrundung dieses Blog-Beitrags noch die gestrige OTS-Aussendung der beiden Ministerien:

Hammerschmid und Karmasin eröffnen Future Learning Lab Wien

Innovativer Lernraum zur Unterstützung der Digitalisierungsstrategie „Schule 4.0“ 

Wien (OTS) – „An digitaler Bildung führt kein Weg vorbei. Deshalb braucht unsere Gesellschaft Labore, in denen wir das Lehren und Lernen von morgen schon heute entwickeln können“, so Bildungsminsterin Sonja Hammerschmid, die heute gemeinsam mit Familien- und Jugendministerin Sophie Karmasin das Future Learning Lab (FLL) im 10. Wiener Gemeindebezirk am Campus der Pädagogischen Hochschule Wien eröffnete. Das FLL.wien repräsentiert den „State-of-the-art“ eines durchdachten Lernraums, in dem innovative Didaktik, Medienbildung, Partizipation der Lernenden und die Aneignung digitaler Kompetenzen im Vordergrund stehen. SchülerInnen, Studierende, LehrerInnen und außerschulische PädagogInnen können sich in zwei Seminarräumen und einem Videostudio auf verschiedenste Arten mit digitalen Medien und Werkzeugen vertraut machen. Neben dem Angebot von Lehrveranstaltungen und Seminaren stehen die Lernräume jeden Freitagnachmittag Besucherinnen und Besuchern zur Besichtigung offen.

Das FLL.wien ist ein Kooperationsprojekt der Pädagogischen Hochschule Wien und dem Verein zur Förderung digitaler Bildungsangebote, das vom Bundesministerium für Bildung sowie dem Bundesministerium für Familien und Jugend initiiert und beauftragt wurde. „In der direkten Zusammenarbeit von Partnern aus der IT-Industrie und einer öffentlichen Bildungseinrichtung liegen die besonderen Chancen dieses Projekts: Durch die Zusammenführung der Expertisen wird ein Innovationslabor für digitale Bildung geschaffen, in dem Pädagoginnen und Pädagogen eigene Lernszenarien für den Einsatz im Unterricht entwickeln können. Unser Ziel ist klar: Kein Kind soll die Schule ohne digitale Grundkompetenzen verlassen“, so Familien- und Jugendministerin Sophie Karmasin.

Zwei Lernräume (40 und 60 m2), ein Videostudio, dazu Besprechungszimmer und Büros, flexible Möbel, Beamer und interaktive Boards, WLAN, Tablets, Notebooks sowie eine gute Verkehrsanbindung zeichnen das FLL.wien aus. BesucherInnen jeden Alters, Studierende, SchülerInnen, LehrerInnen und Hochschullehrende sollen gemeinsam als Lernende die Möglichkeiten entdecken, die eine technologisch professionelle und didaktisch konsequent an den Lernenden orientierte Lernumgebung bieten kann. Die Aktivitäten, Angebote, Trainings und Lehrveranstaltungen werden sich auf „digital-inklusives“ Lernen in jeder vorstellbaren Art fokussieren.

Darüber hinaus wird das FLL.wien E-Learning-ExpertInnen national und international als Innovation Hub, Begegnungs- und Vernetzungsraum, Think-Tank und Experimentierwerkstatt für bildungstechnologische und medienpädagogische Forschung dienen. Einen ersten Eindruck von diesen Möglichkeiten konnte man sich beim Symposium Future Learning?! verschaffen, das zeitgleich zur Eröffnung des FLL.wien an der PH Wien stattfindet.

Das FLL.wien entwickelt seine Angebote maßgeschneidert für unterschiedliche Zielgruppen – nach Vereinbarung auch flexibel und on demand. Wechselweise Inspiration und aufmerksamer Diskurs erlauben allen Partnern neue Möglichkeiten digital-inklusiven Lehrens, Lernens und Experimentierens. Von besonderer Bedeutung ist dabei die laufende Interaktion mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die aus den Angeboten größtmöglichen Nutzen ziehen sollen.

Das FLL.wien ergänzt mit seiner Arbeit bestehende Maßnahmen, die sich im Rahmen der Digitalisierungsstrategie „Schule 4.0“ bereits in Umsetzung befinden. So wird beispielsweise im Pilotprojekt „Denken lernen, Probleme lösen“ das informatische Denken und kreative Problemlösen im Volksschulalter gefördert. 100 Volksschulen erhalten in 20 Clustern zu je fünf Schulen die technische Ausstattung für den spielerischen Einstieg in Informatischem Denken, Coding und Robotik (Lego-Baukästen, BeeBots und Tablet Computer). Die Schulen werden professionell durch die Pädagogischen Hochschulen in allen Bundesländern begleitet, die derzeit Education Innovation Studios (EIS) einrichten und Lernmaterialien und Schulungen bereitstellen. Sowohl das FLL.wien als auch die EIS wurden vom Future Classroom Lab des European Schoolnet in Brüssel inspiriert.

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